Anbieterwechsel: In vielen Bereichen lockt ein großes Sparpotenzial

Anzeige:

Bei Gas und Strom ist es ein gängiges Thema. Das Vergleichen der Anbieter und ein eventueller Wechsel hilft beim Sparen. Trotzdem lassen viele Haushalte Geld eine Menge Federn, denn in den Vertragsordnern lauert ein großes Sparpotenzial. Manchmal sind es vergessene Verträge, die monatlich kaum etwas kosten, sich aber auf Dauer summieren. Oder aber es sind Versicherungen, Telefonverträge oder auch der obligatorische Sportverein. Dieser Artikel befasst sich mit der Frage, wo und wie gespart werden kann.

Ein paar Cent machen einen großen Unterschied

Mehr als nur ein paar Cent: Durch Anbieterwechsel lässt sich je nach Bereich mitunter viel Geld sparen.

Wann sind Anbieterwechsel möglich?

Eigentlich immer – sofern die Kündigungsfrist eingehalten wird oder der Anbieter etwas macht, das zur Sonderkündigung berechtigt. Kein Vertrag ist für alle Zeiten in Stein gemeißelt, daher sind Anbieterwechsel spätestens nach zwölf oder 24 Monaten möglich. Das gilt für:

  • Telefonanbieter – ob Festnetz oder Handy, niemand bindet sich auf Ewigkeiten an einen Anbieter oder an einen Tarif. Die Frage ist nur, ob es sich um einen Vertrag mit Mindestvertragslaufzeit handelt oder nicht. Die erste Variante kann erst drei Monate vor Ablauf gekündigt werden – Achtung: Ab der ersten Verlängerung verlängert sich der Vertrag nur um 12 Monate –, die anderen Verträge lassen sich monatlich zum nächsten Monatsende auflösen. Einige Anbieter verkürzen die Frist sogar.
  • TV – auch hier gelten die Vertragslaufzeiten und Kündigungsfristen. Zu den TV-Verträgen gehören Pay-TV, aber mittlerweile auch Streamingdienste. Diese können meist monatlich gekündigt werden.

Dies gilt für alle Dienstleistungs- und Lieferverträge, also Verträgen, bei denen der Anbieter eine Leistung zur Verfügung stellt. Mitunter kann es aber auch ein Sonderkündigungsrecht geben:

  • Nichtlieferung – kann ein Anbieter beispielsweise das versprochene Pay-TV nicht zur Verfügung stellen und wurde dieser Umstand auch nicht nach mehrfacher Bemängelung behoben, tritt das Sonderkündigungsrecht in Kraft.
  • Preiserhöhung – in der Regel darf jeder Vertrag frühzeitig aufgelöst werden, wenn der Preis angehoben wird. Diese Preisanpassung darf aber keinen gesetzlichen Grund haben. Werden beispielsweise Steuern erhöht, fällt das Sonderkündigungsrecht weg. Die Kündigungsfrist gilt immer ab dem Tag, an dem der Kunde Bescheid von der Erhöhung erhält und endet nach dreißig Tagen.

Versicherungen und Kredite: Anbieterwechsel sind sehr lohnend

Bei Versicherungen laufen die meisten Verträge ein Jahr und verlängern sich automatisch. Generell ist es sinnvoll, sich seine Versicherungen regelmäßig anzuschauen und zu überlegen, was eigentlich benötigt wird. Viele Verbraucher sind überversichert, da sie mal einen Vertrag abschlossen und diesen weiterzahlen, während sie in der Zwischenzeit eine Versicherung abschlossen, die diese Versicherungsbestandteile ebenfalls abdeckt. Wirklich wichtig sind die private Haftpflichtversicherung, die Hausratsversicherung und etwaige Krankenzusatzversicherungen oder Erwerbsunfähigkeitsversicherungen. Generell gilt:

  • Tarife prüfen – sind sie noch auf dem aktuellen Stand oder gibt es andere Tarife zu einem ähnlichen oder gar günstigeren Preis, der mehr bietet?
  • Kündigungsfrist prüfen – wann kann der Vertrag gekündigt werden? Nicht alle Versicherungsverträge enden mittlerweile am 31. Dezember.
  • Vergleichen – nun wird der Versicherungsvergleich durchgeführt und hierbei gezielt nach guten Bestandteilen zu einem günstigen Preis geschaut.
  • Wechsel und Kündigung – bei der Kfz-Versicherung sollte zuerst ein neuer Vertrag angestoßen werden, bevor die alte Versicherung gekündigt wird. Bei anderen Versicherungen schadet es nicht, wenn eine kurze Lücke besteht.

Noch deutlicher lässt sich im Rahmen alter Kredite sparen. Gerade, wenn die Kreditsumme über höhere Beträge geht und der Kredit schon vor einigen Jahren abgeschlossen wurde, sind die allgemeinen Zinskosten heute oft wesentlich niedriger. Online lassen sich heute solche Kredite einfach umschulden. Hierbei gilt:

  • Vorfälligkeit – wer den Kredit vor Ablauf der Kreditlaufzeit ablöst, der muss mitunter eine Vorfälligkeitsentschädigung bezahlen. Diese sollte genau berechnet und mit der möglichen Ersparnis verglichen werden. Ist die Entschädigung höher als die mögliche Zinseinsparung, lohnt sich die Ablösung nicht.

Was nahezu immer eine gute Idee ist, ist, einen kleineren Kredit zu guten Zinsen aufzunehmen und mit diesem den Dispo abzulösen. Die für die Nutzung berechneten Zinsen sind weit höher als das Zinsniveau für Ratenkredite. zudem fällt es vielen Menschen wesentlich einfacher, einen Ratenkredit abzubezahlen, als sich endlich aus dem Dispo zu lösen.

Weitere Vertragsarten

Es gibt so viele Verträge, die einmal abgeschlossen wurden, aber irgendwie völlig ungenutzt vergessen werden. Alternativ gibt es diese Verträge, von denen man selbst sehr gute Kenntnis hat, deren Nutzung der »innere Schweinehund« aber verbietet:

  • Fitnessstudio – wer bereits einige Monate nicht mehr im Studio war, der sollte wahlweise einen wesentlich günstigeren Vertrag abschließen, oder aber, den Vertrag vollständig kündigen.
  • Zusatzverträge – gerade ältere Handyverträge wurden noch mit einem Zusatzvertrag über LTE oder andere Besonderheiten abgeschlossen. Diese Zusätze laufen jedoch extra und werden auch weiterhin abgebucht, wenn der Hauptvertrag schon gekündigt wurde.
  • Abos – kommen noch immer regelmäßig Zeitschriften ins Haus, obwohl sie gar nicht mehr gelesen werden? Auch dies ist ein Sparfaktor.

Meist hilft es, sich den Jahreskontoauszug anzuschauen und die Abbuchungen einmal nachzuvollziehen. Gerade die kleinen Beträge fallen auf den ersten Blick kaum auf, doch auch 2,50 Euro monatlich sind im Jahr 30,00 Euro. Und dieses Geld lässt sich sicherlich besser investieren oder auch sparen, als dass es monatlich für ein brachliegendes Abo abgebucht wird.

Fitnessstudio zu teuer?

Das bisherige Fitnessstudio ist zu teuer? In diesem Fall kann ein Wechsel sich lohnen – hierbei ist allerdings auf die Kündigungsfrist zu achten!

Fazit – Kostenaufstellung bitte

Um das Sparpotenzial im Haushalt zu finden, ist ein wenig Arbeit notwendig. Der erste Blick sollte immer dem Konto dienen, denn es offenbart die regelmäßigen Abbuchungen und bietet somit den ersten Aufschluss. Im zweiten Schritt werden alle Verträge und Versicherungen geprüft. Sind sie alle noch notwendig? Gibt es eventuell wesentlich bessere Verträge, die zwar nicht unbedingt günstiger, dafür jedoch inhaltsvoller sind?

Zuletzt geht es an den richtigen Vergleich der einzelnen Posten und einem eventuellen Wechsel oder der Kündigung. Wie hoch das Sparpotenzial tatsächlich ausfällt, hängt von der Menge der Verträge und ihrem Alter ab. Manche Haushalte gehen bereits regelmäßig hin und schauen sich die Positionen an, sodass sie kaum noch veraltete oder überteuerte Verträge nutzen. Wer diese Arbeit nie oder sehr selten erledigt, der kann echte Beträge sparen, die durchaus mehrere hundert Euro ausmachen können.